Es gibt viel zu tun auf Madagaskar…


Madagaskar, bis 1960 französische Kolonie, lag jahrzehnte-lang im Dornröschenschlaf eines sich sozialistisch (später ökologisch) nennenden autokratischen Regimes. Die Bevölkerung – bei einer der höchsten Wachstumsraten der Welt und 40 Jahre lang stagnierender oder sinkender  Wirtschaftskraft – verarmte immer mehr. Noch heute sind die Löhne extrem niedrig – der Mindestlohn beträgt 20,- Eur/Monat, ein Arbeiter verdient um die 1,5 Eur/Tag.
Rund die Hälfte der auf über 24 Millionen angewachsenen Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche.
2002 gelang unter dramatischen Umständen ein Machtwechsel. Eine zunächst marktwirtschaftlich orientierte Regierung versuchte, den Entwicklungsrückstand aufzuholen - gestützt durch bedeutende internationale Hilfe. Die Wachstumsraten waren vielversprechend, doch spürte die Masse der Bevölkerung noch wenig von den Erfolgen. Auch in anderen Gruppen, die bei der wirtschaftlichen Entwicklung oder politischen Machtverteilung nicht  ausreichend berücksichtigt waren, wuchs die Unzufriedenheit. Anfang 2009 kam es zu einem blutigen Putsch, der die Entwicklung des Landes um viele Jahre zurückgeworfen hat. In den Folgejahren wurde das Land in beispielloser Weise ausgeplündert. Das Land zählt nunmehr trotz seines potentiellen Reichtums zu den ärmsten der Welt.
Hinzu kommen jahrzehntelanger Schlendrian, eine generalisierte Korruption und Veruntreuungen besonders in Politik, Justiz und Ordnungskräften,  sowie eine rapide abnehm-ende Schulbildung und der Verlust kultureller Wurzeln vor allem in den Städten, eine noch nicht an die Erfordernisse modernen Wirtschaftens angepasste Mentalität und die Wucht der Globalisierung. Das macht es extrem schwer, konkurrenzfähig zu werden und den Lebensstandard anzuheben.
Bei der Arbeit auf so vielen „Baustellen“ bleiben für viele soziale und kulturelle Problembereiche kaum Zeit und Mittel übrig.
Ein solcher Bereich sind die Haftbedingungen in den Gefängnissen, seit Jahren von Organisationen wie dem Roten Kreuz oder der EU beanstandet. Im Rahmen des Arbeitsschwerpunktes "Förderung des Lesens" richtete Madagasikara Namako in 13 Gefängnissen ca. 20 Bibliotheken ein und betreut die Arbeit über Jahre. Gut funktionierende Bibliotheken werden seit 2014 in die Verantwortung der Strafverwaltung gegeben.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Weckung der Lesefreude in frühem Alter. Dazu hat der Verein eine Reihe von derzeit 12 Kinderbüchlein herausgebracht, die speziell adaptierte, traditionelle Märchen, Sagen und Kinderlieder in madagassischer Sprache herausbringt. Sie werden zu günstigen, aber nicht subventionierten Preisen duch den madagassischen Buchhandel vertrieben. Von 2012 bis 2019 wurden über 100.000 Exemplare gedruckt (die Hälfte der Titel bereits  in 3. Auflage), der jährliche Verkauf liegt über 10.000.

Der Erfolg der Kinderlied-CD führte zu einem Programm "Singen in der Schule" in Form von Kurzseminaren für Lehrer in Vor- und Grundschulen. Die Seminare werden seit 2017 zusammen mit einer Musikschule in Tananarive angeboten.