Die Schwerpunkte unserer derzeitigen Arbeit im Jahresrückblick 2018

(2020 und 2021 mußte die Arbeit wg. der Corona-Blockage weitgehend eingestellt werden. Sie wird nach der Corona-Epidemie fortgesetzt.)

 

(zum Vergrößern Bilder anklicken) :

 

 Die Arbeit in den Gefängnissen:

 

 Die Lage in den Gefängnissen ist nach wie vor extrem prekär, doch scheinen sich einige positive Entwicklungen zu stabilisieren.

Einen besonderen Einschnitt wird der (planmäßige) Rückzug des internationalen Roten Kreuzes darstellen, das sich in einem mehrjährigen Programm um die Verbesserung der baulichen Infrastruktur, der juristischen und medizinischen Versorgung sowie der Ernährung gekümmert hat. Das Justizministerium hat eine Erhöhung des Budgets für die Ernährung zugesagt.

 Wir berichteten bereits, daß in manchen Anstalten Verbesserungen durch Beamte mit einer Art Sozialarbeiterfunktion („éducateurs spécialisés“ und "animateurs") zu beobachten sind. Die Bibliotheken gehören zu den wenigen internen Einrichtungen, auf die sie sich für ihre Arbeit stützen können.

 

Von uns betreute Büchereien bestehen derzeit in 10 Gefängnissen (einschließlich 1 „Korrespondenz-bibliothek“).

Die erste Bibliothek (Arivonimamo, Region Itasy, Zahl der Häftlinge: 257, Büchereimitglieder: 147) ist im Nov. 2014 in die Verantwortung der Gefängnisleitung übergeben worden und läuft seit nunmehr über 5 Jahren unverändert gut. Auch die Bibliotheken in Fianarantsoa, dem Hauptgefängnis in Antananarivo-Antanimora und in Ambositra wurden inzwischen übergeben.

 

Bild links: Verlesung des Übergabe-dokuments mit der Gefängnisleiterin von Fianarantsoa, dahinter neben den Bibliotheksschränken unsere ehren-amtlichen Helferinnen

 

Am 8. November 2016 wurde in Fianarantsoa (Hauptstadt des Südens, Häftlinge: 730, Bibliotheksmitglieder: 250) eine mittelgroße Bibliothek übergeben. Die Zeremonie wurde in den Abendnachrichten des Fernsehens berichtet. Auch diese Bibliothek läuft nach 1,5 Jahren sehr zufriedenstellend, nach wie vor betreut von unseren beiden lokalen Helferinnen.

 

 

In diesem Jahr haben wir die Strafverwaltung verstärkt auf den Nutzen der Bibliotheken und des Lesens hinweisen können. Nach Brasilien, das im Jahr 2012 kontrolliertes Lesen als Mittel zur Strafverkürzung per Dekret eingeführt hat, hat auch Frankreich 2014 nachgezogen und im „Code pénal“ das Lesen neben anderen kulturellen Aktivitäten und dem allgemeinen Verhalten als Möglichkeit zur Strafminderung aufgelistet - Begründung auch dort der Beitrag zur Resozialisierung.

 

 

Kinderbüchlein:

 

 

Bild links: Der Verein Hay Kanto arbeitet in großem Umfang  mit unseren Büchlein, hier z.B. das Liederheft als Vorlage für Vogelzeichnungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2018 wurde die Gesamtauflage von 80.000 Büchlein überschritten. Die hohen Zahlen ermöglichen einen günstigen Druck, wodurch der Verkaufspreis in Madagaskar seit 2012 unverändert bei 1500 Ariary (um 0,4 €) gehalten werden konnte, während der Geldwert um 70% gegenüber Euro/Dollar sank.

 

Neuerscheinungen

Die neue internationale Reihe (farblich abgesetzt durch ein magentafarbenes „Boky Namako“ – Logo) soll den Kindern einen kleinen Blick in die Welt ermöglichen, ohne eine Fremdsprache zu beherrschen. Das erste Märchen war Rotkäppchen ( madagassisch „Ikalasatromena“, in der Fassung der Gebr. Grimm). Anfang 2018 erschienen  zwei weitere Titel: "Ilay saka be baoty" (Der gestiefelte Kater, nach Perrault)  und "Ilay gana kely ratsy tarehy" (Das häßliche kleine Entlein nach H.C. Andersen). Weitere werden 2018-19 folgen.

 

 

 

Traditionelle Kinderlieder (CD):

 

 

Prosper Ralaiarimanana ("Prosy"), der musikalische Leiter unserer CD-Aufnahme, verstarb im Dezember 2016.

 

 Mehrfach wurde der Wunsch nach einer weiteren Kinder- und Volkslied- CD geäußert, aber ohne Prosy können wir diese Aufgabe nicht bewältigen. Vielleicht regt die Verbreitung unserer CD  andere Musiker oder Verleger zur Produktion an, es würde uns sehr freuen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Verkauf der CDs läuft gut, der CD Vertrieb ist leider erheblich komplizierter als bei den Büchern.

Die Erlöse aus dem Verkauf der CD in Madagaskar kommen auf Beschluß des Vereins der Förderung des Singens in der Schule zugute. Dazu bieten wir seit 2017 in Zusammenarbeit mit einem in der Kulturförderung tätigen Verein (Hetsika Madagascar) und einer Musikschule ("Jejy") Kurzseminare für Lehrer an, in denen traditionelle Liedertexte und Melodien zur Verfügung gestellt und eingeübt werden (Kapazität: 60 - 80 Schulen im Jahr). Im Juni 2018 wurde bereits das 5 Seminar veranstaltet.